Eine Frisur ist mehr als ein modisches Statement. Sie sagt etwas aus über die Persönlichkeit, den Lifestyle und den Status der Trägerin. Die Kulturgeschichte der Haarmode zeigt, dass dies keine neue Tatsache ist. Das Frisieren der Haare hat die Menschen seit dem Entstehen der ersten Zivilisationen beschäftigt. Der Höhepunkt der bisherigen Entwicklung ist wahrscheinlich die Schleifen-Frisur von Sängerin Lady Gaga. Aber bevor solche Kreationen oder auch der weibliche Kurzhaarschnitt als gesellschaftsfähig gelten konnten, mussten viele Frauen ihre Haare lassen. Inzwischen sind Friseure selbst zu Stars avanciert, so zum Beispiel Chris McMillan, der Jennifer Anistons 50.000-Dollar-Frisur kreiert hat und damit reich und berühmt wurde. So rasant wie heute haben sich Haar-Trends noch nie gewandelt, aber im Laufe der Geschichte waren schon viele Frisuren in Mode. Starten wir also die haarige Zeitreise bei den alten Ägyptern.

Funde bezeugen, dass es bereits um 3000 v. Chr. Friseurhandwerker gegeben hat, die das Haare schneiden und färben professionell betrieben haben. Mumienporträts zeigen die Verstorbenen in ihrer  vollen Haarpracht und so wissen wir, dass man in Ägypten mit einer Lockenfrisur auf der modischen Höhe der Zeit war. Wenn das auch heute nicht mehr ganz zutrifft, waren Frisuren von Beginn an ein Indiz für das Alter oder den gesellschaftlichen Stand einer Frau. Im antiken Rom, in einer Ära bevor es Zeitschriften gab, dienten oftmals die Obersten der Gesellschaft und besonders die Gemahlinnen der Imperatoren als modisches Vorbild. Heutzutage hat sich dieses Prinzip kaum geändert, nur dass wir uns nicht mehr nach den Monarchen richten, sondern in Stars und Sternchen unsere (haar)modischen Idole finden. Wie es heute noch in der islamischen Welt der Fall ist, galt es im frühen Rom als schamlos sich ohne Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Später zeigte frau ihre Haare gerne wieder in kunstvoll gesteckten Locken oder Knotenfrisuren. Die eitlen Römerinnen liebten den Pferdeschwanz, sie färbten und bleichten die Haarpracht und war die Frisur nicht füllig genug,  griff frau zu Haarteilen. In der Romantik liebte der Adel eine Unisex-Frisur aus offenen Locken, während die einfachen Leute Pagenfrisuren trugen – den mittelalterlichen Vorgänger der heute so beliebten Bobfrisur. Glücklicherweise kehren nicht alle Moden zurück:  in der Gotik rasierten sich die Frauen den Haaransatz, weil eine hohe Stirn als Schönheitsideal galt. In der Renaissance erlebte auch der Mittelscheitel sein erstes Hoch. Später im Barock und Biedermeier wurde die Haarmode durch den Pony,  die Turmfrisur à la Marge Simpson oder die Erfindung der Dauerwelle bereichert. Im 19. Jahrhundert wandelt sich die Haarmode schneller als bisher. Die Frisuren wechseln zwischen schlicht und aufwändig gesteckt und immer mehr Menschen können sich einen Friseurbesuch leisten. Seit dem 20. Jahrhundert und der Entwicklung neuer Kommunikationsmedien entstehen Trends immer schneller, sodass es nicht mehr die eine Haarmode gibt, sondern viele nebeneinander. In den Golden Twenties dienen erstmals Leinwandstars als Vorbilder. Nicht mehr nur die Monarchenfamilien und der Adel geben vor was getragen wird, die Haarmode wird demokratischer. Die voranschreitende Emanzipation der Frauen zeigt sich nicht zuletzt daran, dass modische Frauen selbstbewusst ihre Kurzhaarschnitte zur Schau trugen. Die folgenden Jahrzehnte dienten unter anderem der Tanzfilm Grease, Elvis Presley, die Beatles, oder auch die Musikszene des Reggae, Metal und Punk als Inspiration. Dass Schauspieler und Musiker vorgeben, was anschließend in den Friseursalons der Welt nachgeschnitten wird, ist bis heute so geblieben. Und mit Spannung kann erwartet werden, welche Frisuren in Zukunft Trend sind. Haare sind ein wichtiger Teil der Persönlichkeit, zu besonderen Anlässen wählt frau nicht nur ein schönes Outfit und passendes Make-Up, sondern auch die Haare werden zu glamourösen Frisuren gestaltet.

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