Bis 1830 nähte man per Hand. Der Beruf des Schneiders war hoch geachtet in der Gesellschaft und wurde gut vergünstigt. Gute Schneider konnten bis zu 30 Stiche in der Minute machen. Erst im Laufe der Industrialisierung beschäftigte man sich damit, diese Arbeit durch eine Maschine zu erleichtern.

Die erste arbeitsfähige Nähmaschine erfand der Engländer Thomas Saint im Jahr 1790. Die Maschine war gänzlich aus Holz und hatte eine Gabelnadel, eine Hakennadel und einen Vorstecher. Selbiges gelang im Jahr 1800 dem Deutschen Balthasar Krems aus Mayen im Rheinland. Er konstruierte ebenfalls eine Kettenstichmaschine, die erstmals eine Nadel mit Öhr und einen gesteuerten Greiferhaken hatte. Diese Maschine konnte allerdings nur für sogenannte Jakobinermützen eingesetzt werden. Als erster Nähmaschinenfabrikant gilt der Franzose Barthelemy Thimonnier, der eine Fabrik in Paris gründete und sein 1829/30 entwickeltes Modell “Couseuse” gewinnbringend verkaufen konnte.

Als Erfinder der modernen Nähmaschine ist der Bostoner Techniker Elias Howe zu nennen. Seine Maschine erreichte bis zu 300 Stiche in der Minute. Doch aufgrund überteuerte Preise blieb der Verkauf erfolglos und Howe kehrte nach Europa zurück, da er sich dort bessere Chancen ausrechnete. Unterdessen baute Isaac Merritt Singer Howes Maschine nach und lässt sie sich patentieren. Die von ihm gegründeten Singer-Nähmaschinen-Werke sind sehr erfolgreich. Howe ficht das Patent Singers an und erhielt bis zu seinem Tod Lizenzgebühren.

Auch in Europa bildete sich eine Nähmaschinenindustrie heraus. Bekannte Firmen sind zum Beispiel Opel, Köhler, Adler und Phönix. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Markt jedoch durch ostasiatische Importe zusehends enger. Zusammenschlüsse von deutschen und japanischen Unternehmen wie etwa Adler-Toyomenka werden häufiger.

Der Wiedervereinigung fallen viele Fabriken zum Opfer, das Geschäft mit den Nähmaschinen ist nicht mehr rentabel. Heute werden in Deutschland keine Nähmaschinen mehr hergestellt. Ausnahme ist die sich im chinesischen Besitz befindende Dürkopp-Adler AG in Bielefeld, die Maschinen in geringer Stückzahl herstellt.

Der Verfall der Nähmaschinenindustrie ist auch in den USA zu beobachten. Singer lässt heute seine Maschinen in Lizenz fertigen und verlegte sich stattdessen auf die Weltraumtechnologie.Für weitere Informationen zu Nähmaschinen: Klick Hier

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